Neuer Anlauf für Gymnasium

Herrsching - Den Kampf um ein weiteres Gymnasium im westlichen Landkreis Starnberg wollen weder Eltern noch Zweckverband aufgeben. Nun soll zweiter Anlauf über die politische Schiene gestartet werden.

Die erste Niederlage in punkto zweites Gymnasium für den westlichen Landkreis war auch Thema in der jüngsten Sitzung des Zweckverbands weiterführender Schulen. „Ich war überrascht über die Bestimmtheit, mit der ein zweites Gymnasium abgelehnt wurde“, erklärte Verbandsvorsitzender Peter Flach. Wie berichtet, hatte ein Gespräch im Kultusministerium stattgefunden. Außer Flach waren Landrat Karl Roth, Jens Waltermann vom Förderverein Herrsching und Herrschings Bürgermeister Christian Schiller dabei. Vor den Kopf gestoßen fühlte sich das Gremium, weil unter anderem deutlich gemacht wurde, dass Gymnasiasten lange Fahrtwege und Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. „Eine zwingende Notwendigkeit besteht laut Kultusministerium nicht, weil kein Schüler auf der Straße steht“, so Flach. Selbst wenn 600 Gymnasiasten nach Landsberg oder München auspendeln müssten, wäre dies kein Grund für einen Schulhausneubau.

Im Übrigen habe das Kultusministerium darauf aufmerksam gemacht, dass es in anderen Teilen Bayerns viel schlimmer sei als im Landkreis Starnberg. Angeführt worden war auch, dass bereits über fünf Jahre Überlegungen angestellt worden waren, ein zweites Gymnasium zu bauen, man sich aber dafür entschieden hatte, das Christoph-Probst-Gymnasium zu erweitern. Kosten: 14,2 Millionen Euro. Zudem wird der Altbau momentan für rund 17 Millionen Euro saniert.

Überrascht, so Flach, war er allerdings über die Stellungnahme des stellvertretenden Schulleiters Wolfgang Hanke. Wie berichtet, hatte dieser unmissverständlich dem Kultusministerium gegenüber zu verstehen gegeben, dass kein zweites Gymnasium benötigt werde. „Es wäre dem Steuerzahler schwerlich zu erklären gewesen, dass wir Millionen für einen Neubau und die Sanierung unseres Gymnasiums ausgeben und dann ein weiteres Gymnasium brauchen“, begründete Hanke in der Sitzung sein mit dem Zweckverband nicht abgesprochenes Handeln. Dennoch will Flach weiter am Ball bleiben. „Wir werden nun ein formelles Verfahren anstrengen und auf politischer Schiene einen weiteren Anlauf starten.“
aus: Merkur-online vom 12.11.10

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Autor: tanja
Datum: Montag, 15. November 2010 10:59
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